... Mein erstes Spiel nach der
Sperre fand im Frühherbst 1973 im
Parkstadion gegen den Wuppertaler
SV statt. 40.000 Zuschauer, eine Stimmung
zum Umfallen. Drei Fischer-
Tore. Durch das Training hatte ich
meine Technik enorm verbessert, ich
war in Hochform. Plötzlich: „Fischer-
Fischer“-Rufe von der Tribüne. Und
noch mal „Fischer-Fischer“ und noch
mal, und noch mal ... Das ganze Spiel
über. So wie die Leute früher den
Schlachtruf „Li-Bu-Da“ im Chor geschrieen
hatten, so riefen sie jetzt meinen
Namen. Es war unglaublich ...
... Franz Beckenbauer winkte nur
noch kopfschüttelnd ab. Aber ein
Spiel dauert nun mal 90 Minuten. Da
musste er durch. Es war noch genug
Zeit für uns, um den Bayern einen
sportlichen Denkzettel zu verpassen,
den sie nicht so schnell vergessen
würden. In der 74. Minute johlten –
vielleicht jaulten sie auch? – die
50.000 Zuschauer, als Rüdiger
Abramczik das 0:6 schoss. Ein
glänzendes abschließendes Tor
von mir in der 82. Minute und
wir gingen mit dem Traumergebnis
7:0 als strahlende Sieger
vom Rasen, insgesamt
vier Fischer-Tore. Aus unserem
Präsidenten Günter Siebert,
der nie um große Worte
verlegen war, sprudelte
es nur so heraus: „Heute
haben wir die Alpen verschoben.“
Manch eine
Zeitung schrieb sogar,
dass wir die Bayern im
eigenen Stadion regelrecht
vorgeführt und
gedemütigt hätten.
Durch dieses Spiel ergab
sich für mich ein
Karrieresprung ...